Wir laden Sie herzlich ein, unserem Blog zu folgen! Wir werden hier regelmäßig über Geschichten, Erlebnisse, Altes und Neues, etc. aus unserer Gruppe berichten.

 

 


 

2017 1kNachlese 30 Jahre „Show and Tell”

Regionaltreffen Niederbayern, Oberbayern mit Marion Caspers

am 08.07.2017 im Saal des Bürgerhauses, Rathausstr. 1, 82194 Gröbenzell

Geschrieben von Monika Modersitzki
Fotos von Gabriele Bach, Lisa Röhrl und Uschi Roscher
Erstellt am 02.10.2017

Einen Bericht über unser „Show and Tell” haben wir, wie jedes Jahr, der Redaktion der Patchworkgilde Deutschland zum Veröffentlichen im Gildeheft geschickt. Der Artikel ist im Septemberheft leicht gekürzt erschienen und natürlich ist dort nicht genügend Platz um all die Fotos zu zeigen. Hier ist der ungekürzte Text inklusive Fotos:

eg

„Was habe ich da bloß rumgequiltet?“ Diese Frage stellten sich einige Damen, die für das diesjährige „Show and Tell“ ihre frühen Arbeiten einem neugierigen Publikum präsentierten. Der anhaltende Beifall für die Quilts lieferte flugs die beruhigende Antwort: „Das ist doch ganz passabel, wenn nicht sogar außergewöhnlich schön!“ Außergewöhnlich war das „Show und Tell“ 2017 sowieso, denn es fand zum 30. Mal statt. Die wichtigste Person - die Organisatorin - Elisabeth Greil nahm den Blumenstrauß und die Dankesworte gelassen an, um dann mit den Besuchern und einem Glas Sekt auf das 30-jährige Jubiläum anzustoßen.

Die Mitglieder der Gröbenzeller Quiltgruppe zeigten bewusst erste Quilts ihrer Sammlung. Die frühen Werke waren meist Ergebnisse besuchter Kurse und wiesen noch keine eigene Handschrift auf. Umso beeindruckender zu sehen, wie doch die eine oder die andere Quilterin im Laufe der Jahrzehnte ihren ganz eigenen Stil entwickelte und mutig auch persönliche Erfahrungen in spätere Arbeiten einbaute. Die Themen-Bandbreite reichte von Trauerarbeit bis hin zu abstrakten Blumen und Vorstellungen von Heimat. So wurde auch ein sehr schöner Quilt gezeigt, der in einem Workshop der kürzlich völlig unerwartet verstorbenen lettischen Künstlerin Aina Muze entstand. Dies war wohl einer der bewegendsten Augenblicke für die anwesenden Besucher. Einige kannten Aina Muze persönlich und standen mit ihr im Kontakt.

trauer

Quilterinnen in Deutschland werden schon mal als „Nähtanten“ bezeichnet. Allerdings - und das zeigte sich insbesondere beim diesjährigen „Show and Tell“ - bringen sich Quilterinnen weltweit schon seit Jahrzehnten gewaltfrei mit ihren Projekten und Arbeiten auf einer sehr persönlichen Ebene aktiv in das Weltgeschehen ein. Über das „Canadian Red Cross“ gelangten nach dem Zweiten Weltkrieg viele Baumwoll-Steppdecken aus Kanada nach Deutschland. Kanadische Frauen hatten sie für die deutsche Kriegsbevölkerung und für die vielen Flüchtlinge genäht. Über die Innere Mission wurden die Quilts verteilt. Der Wert dieser Arbeiten, die man vereinzelt sogar auf Flohmärkten in München wiederfand, wurde viel später erkannt. Und ab den 80er-Jahren fand man diese Werke auch in Antiquitätenläden. Mitglieder der Gröbenzeller Quiltgruppe konnten einige dieser „Flickendecken“ käuflich erwerben. Heute schätzen sie sich glücklich, im Besitz solcher Steppdecken aus Kanada zu sein. So konnten auch Nachkriegsquilts aus Kanada beim „Show and Tell“ gezeigt werden.

krk u

Es ist traurig: Auch heute gibt es wieder viele Kriegsflüchtlinge. Die positive Nachricht: In unserer Überflussgesellschaft herrscht kein Mangel an Stoff und Material. Flüchtlinge können im Nähtreff selbst ihre Patchworkdecken gestalten und nähen. Unterstützt werden sie dabei von Lisa Röhrl und Gabriele Bach aus der Gröbenzeller Quiltgruppe. Zwei Damen aus Somalia zeigten stolz ihre Erstlingswerke: einen Babyquilt und einen Quilt für ein großes Bett.

emilia u

Die anwesenden Vertreterinnen der Patchworkgilde Deutschland e.V., Uta Lenk (internationale Repräsentantin) und Barbara Lange (1. Vorsitzende), stellten Projekte und Ausschreibungen der Gilde vor und baten insbesondere um eine Beteiligung deutscher Quilterinnen bei dem internationalen Projekt „The 70273 Project“, das zum Gedenken an die Opfer der Nazi-Euthanasie-Programme ausgeschrieben ist. Mitmachen bitte!

2017 c3

Insgesamt konnten sich die vielen Damen - und das soll natürlich an dieser Stelle nicht verschwiegen werden: auch ein Herr - an 57 Quilts und 3 Taschen erfreuen. Möglich machten das die Gemeinde Gröbenzell mit der Bereitstellung der Räumlichkeiten und die fleißigen Quilterinnen. Vielen Dank!

Ein Blick auf die Galerie „Show and Tell“ lässt das Ganze auch für diejenigen bildhaft werden, die in Gröbenzell nicht dabei sein konnten.

Das anschließende Regionaltreffen Niederbayern, Oberbayern für die Mitglieder der Patchworkgilde Deutschland e.V. nutzte die Regionalvertreterin Marion Caspers, um noch einmal für das Gemeinschaftsprojekt „Dahoam“ zu werben. Gleichzeitig stellte sie sich für weitere zwei Jahre als Regionalvertreterin zur Verfügung. Natürlich wurde sie einstimmig gewählt und mit großem Applaus für ihre Arbeit gewürdigt.

Zurück